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Es wird Ostern!

Die vergangenen Tage haben uns viel mit Leid in Berührung gebracht – in der Passion Jesu wie auch in der Pandemiekrise der Gegenwart.
Wenn man den Spuren Jesu nachgeht, dann folgt man einen Weg, der nicht im Leid endet. Es kommt Ostern – Auferstehung, und diese unglaubliche Botschaft prägt uns als Christenheit und will uns immer wieder neu erreichen, auch in diesem schwierigen Jahr. Ostern ist das Fest der Auferstehung. Das ist die Perspektive, die das Leben schon hier und jetzt beflügelt und für das Nachher ein gutes Ziel weist. Das Leben kommt wieder – es erblüht neu, am irdischen Ende wird es gewandelt und das wird uns keiner mehr nehmen auf ewig. Wir dürfen an einen Gott glauben, der uns das schenkt.

Den Osterglauben kann man aber nicht anschaffen, oft ist er so verdeckt wie unser herrliches Auferstehungsbild in der Stiftskirche 40 Tage von einem Fastentuch verborgen wird. Da sind die Enttäuschungen so groß, die Trauer so massiv, die Last so schwer, die Angst so bedrängend, die Zweifel so stark, dass es einfach nicht geht an die Auferstehung zu glauben. Wie kann dann Ostern werden?
Vielleicht, wenn wir Menschen zuhören, die diesen Osterglauben lebten und denen dieser Glaube geholfen hat. Der Künstler unseres Altarbildes, J.M. Rottmayr, weiß so eine Ostergeschichte zu erzählen. Er hat das Bild 1690/91 gemalt in einer Zeit, die mühsam verheilende Kriegswunden, viel Not und immer wieder aufflackernde Pestwellen kannte. Er selber hatte 14 Geschwister, von denen 1690 noch 3 lebten, seine Mutter verstarb drei Jahr vorher, sein Vater kurz vor der Arbeit an unserem Bild, sein Sohn sollte 1693 folgen. Von seinen 6 Kindern haben nur 2 das Erwachsenenalter erreicht.

Mitten in dieser so belastenden Situation malt Rottmayr so ein großartiges Bild der Auferstehung. Er ließ ein Fenster ausbrechen, damit es die Vormittagssonne belichtet – das Licht kommt ins Dunkel. Und das spiegelt sich auch in seiner Bildkomposition wieder, die vom Kontrast lebt: Unten ist es dunkel, oben hell und strahlend; unten Trauer, oben Freude und Lebendigkeit, unten bewaffnete Krieger, oben die Fahne des Sieges und des Friedens. Das Licht der Auferstehung strahlt aus, durch Früchte und Ranken werden auch die Altarfiguren gleichsam mitgenommen nach oben.
Damit uns das aufgeht, damit wir das wahrnehmen können, muss der Vorhang fallen. Das geschieht jede Osternacht bei uns, es geht ganz leicht, im Leben ist das oft viel schwerer. Aber es geht, wir dürfen es Gott zutrauen, dass er für jeden einen Weg findet, wenn man ihm nur eine Chance gibt.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie das Osterevangelium auf sich wirken lassen, dass Sie in der Hauskirche gemeinsam lesen, beten, still werden und singen können – das ist eine gute Möglichkeit, dass der Osterglaube ankommen kann.
Von Herzen ein gesegnetes und gesundes Osterfest, vor allem auch den kranken und bedrängten Mitmenschen! Das Leben wird wieder neu und das Leben vergeht nicht mehr. Halleluja!

Siehe auch: www.benediktiner.at

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Strukturiere den Tag

Benediktinisches Leben hat eine Weisheit in sich, die sich gerade auch jetzt bewährt. Eine davon lautet: Strukturiere den Tag!
Gemeinhin wird das so als Motto zusammengefasst: bete-arbeite-lese.
Das heißt: eine gute Ordnung und Einteilung geben Halt und in einem guten Tagesprogramm soll für Seele, Geist und Körper gesorgt werden.
Ein Tagesplan kann auch schriftlich skizziert werden; das erhöht den Überblick und erleichtert die Reflexion.

Beten:
Beginne den Tag mit einem bewussten Morgengebet, der Bitte um Hilfe für das, was kommt. Ein guter Gedanke, ein bewährtes Gebet können dabei hilfreich sein.
Unterbrich den Tag zu Mittag, z.B. mit dem Engel des Herrn und einem Tischgebet.
Beende den Tag mit einer Abendreflexion und einem Gebet, zu dem gehört: Ein Dank für das erlebte Gute, dem Nachdenken über das Misslungene und Belastende mit der Bitte um Vergebung, dem Vorausblick auf den nächsten Tag. Wir dürfen alles in großem Vertrauen in Gottes Hände legen, der vollendet, was wir alleine nicht zusammenbringen.
Gebet entlastet und gibt inneren Halt.

Lesen:
Nimm dir ein gutes Buch und lies nicht nur Nachrichten; vermeide Dauerberieselung mit Fernsehkrimis.
Jeden Tag, besonders am Sonntag ist das Tagesevangelium ein wertvoller Lesetipp. (https://www.erzabtei-beuron.de/schott)

Arbeiten:
Für viele reduziert sich jetzt die Erwerbsarbeit. Umso notwendiger ist Beschäftigung zuhause (z.B. Aufräumen, Aufarbeiten liegengebliebener Arbeit, E-learning), wenn möglich auch Arbeit in Garten und rund ums Haus.
Ein Spaziergang oder Einzelsport im jetzt möglichen Rahmen tun dem Körper gut, jetzt passende Nachbarschaftshilfe unterstützt Menschen, die sich bei der Versorgung schwer tun.

Weiters gehören zu einem gelungenen Alltags:

  • Bei Konflikten ist Hilfe in Anspruch zu nehmen: Telefonseelsorge Tel. Nr. 142, Kids line 0800234 123 und andere Möglichkeiten (siehe Internet)
  • Soziale Kontakte sind via sozialen Medien, email und Telefon möglich und sehr empfehlenswert.
  • Und bitte nur seriösen Quellen vertrauen! Das gilt für die Nachrichten wie auch für religiöse Botschaften. Weltuntergangsphantasien und theologisch irreführende und angstmachende Spekulationen irgendwelcher selbsternannter Experten sind zu entsorgen.
    Vertrauen Sie den offiziellen Quellen, die gute Tipps geben:
    www.kirchen.net/corona
    oder:
    www.erzdioezese-wien.at

Allen Kranken wünsche ich gute Besserung, allen Pflegenden viel Kraft und allen das gute Gespür für eine situationsgemäße Nachbarschaftshilfe!

Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. (Röm 5,5)