Mit der kommenden Fußball WM steht wieder ein Großereignis an, das viele interessiert und für Gesprächsthemen sorgen wird. Über die Grenzen der Generationen und Milieus hinweg entdecken ganz unterschiedliche Menschen eine Gemeinsamkeit, identifizieren sich mit „ihrer“ Nationalmannschaft, fiebern mit und halten die Daumen. Sport wird so zu einem verbindenden und einigenden Ereignis. In Zeiten wie diesen, in denen Einheit ein so gefährdetes Gut ist, wenn Lagerdenken, Polarisierung und Spaltung so zu dominieren scheinen, wenn Konflikte geschürt und Gewaltpotentiale aufgebaut werden, tut das sehr gut. Aber was hält uns nachhaltig zusammen, was eint uns tiefer und länger als nur ein zeitlich begrenztes Event?
Pfingsten gibt darauf eine Antwort: ein Geist ist es, der alles zusammenhält, eine Gesinnung, eine Lebenskraft, ein Ziel, ein Gott. Pfingsten ist das Großereignis des Geistes Gottes, das Startevent der Kirche, das sehr nachhaltig wirkt. Völker finden zusammen und verstehen sich, entdecken, dass ein Gott hinter allem steht, der viele Begabungen schenkt und die Unterschiede verbindet, denn ein Geist ist es, der uns Menschen tief vereint. Dieser Geist erinnert uns gleich einer inneren Stimme, dass Zusammenhalt wichtig ist, er inspiriert zu verbindenden Ideen, er ermutigt sich zu ergänzen, er widerspricht dem, was trennt und hilft Einheit zu finden. Diesen Geist kann man entdecken durch Begegnung, Dialog, Zuhören – und durch Beten. Eine gemeinsame spirituelle Basis ermöglicht es, in der Tiefe Einheit zu finden. Nicht alles können und müssen wir selbst machen, Pfingsten ermutigt, um den Geist zu beten, ihn zu suchen und zu erbitten.
In diesem Sinn wünsche ich ein Pfingsten, das uns zur Einheit inspiriert!
Abt Johannes Perkmann OSB