Lieblingsplätze im Kloster
Liebe BesucherInnen!
Unser Kloster ist ein ganz besonderer Platz. Das Ineinander von Natur und Kultur bieten viele Gelegenheiten zum Staunen, Still werden sowie zum Begegnen, Arbeiten und Feiern.
Zu einigen davon darf ich Sie nun führen.
Das Altarbild der Stiftskirche (J.M. Rottmayr, 1691) zeigt in einer einfachen und wunderschön gestalteten Botschaft, dass das Leben über den Tod siegt, dass das Licht stärker ist als jedes Dunkel.
In der damals sehr finsteren Kirche wurde extra ein Südfenster ausgebrochen, damit die Sonne den Altarraum erleuchten kann. In einer Zeit von Pest und Unruhen war dieses Bild ein Zeichen der Hoffnung und des Lebens. Im unteren Bereich sieht man dunkel gehalten die Grabwächter, die weinenden Frauen und finstere Wolken. Darüber erhebt sich der Herr aus dem Grab, in helle Rottmayr-Farben getaucht nähert er sich dem Licht.
Der Kreuzgang ist ein Bereich der Stille, die wir immer wieder brauchen, um zu uns selber und zu Gott zu kommen. Dort sammelten sich früher die Mönche, um mit dem Kreuz voran in die Kirche einzuziehen. Zu anderen Tageszeiten war hier der Ort, sich mit einem Buch aus der nahe gelegenen Bibliothek nieder zu setzen, oder in der Stille zu meditieren. Er geht auf die romanische Zeit zurück und ist mehrmals verlängert und umgebaut worden.
Das romanische Portal - wie viele Menschen werden da seit der Kirchweih 1072 wohl aus- und eingegangen sein?
Es ist aus Marmor gefertigt und letztlich 1950 an diese Stelle versetzt worden. Damals schuf Hilde Heger das Tympanon, das Lamm Gottes darstellend.
Die Bibliothek von 1679 bietet viele Lesemöglichkeiten. Ein gutes Buch ist ein Impuls zu einem bewussteren Leben.Der hl. Benedikt legt einen großen Wert auf die tägliche Zeit der Lectio divina (geistliche Lesung) und empfiehlt für die Fastenzeit, ein Buch von Anfang bis zum Ende zu lesen (vgl. Regel Benedikts 48,15).
Diese Schaubibliothek ist in der Zeit von 1669-79 errichtet worden und enthält ca. 12.000 Bände. Im Erdgeschoss findet man v.a. theologische Werke, im 1. Stock alle Wissensgebiete, die in der Schule gelehrt wurden, darunter Geschichte, Naturwissenschaften und Kunst.
Der Michaelsbrunnen zeigt, dass Neues und Altes in einem Kloster seinen Platz hat.Der hl. Erzengel Michael kämpft gegen das Böse und fragt mit seinem Namen: „Wer ist wie Gott?“
„Michael stärkt uns den Rücken, damit wir das Leben wagen. Nur wenn wir Gott als Gott erkennen, werden wir wahrhaft Mensch werden, frei und aufrecht, in sich ruhende und für das Leben kämpfende Menschen.“ (Anselm Grün)
Diese Figur wurde von Heinrich Eder, einem ehemaligen Schüler, geschaffen.
Das Klostermuseum zeigt viele Schätze des klösterlichen Kunsthandwerks und der Volkskunst, darunter den „Herrn im Elend“ aus 1520.
Der „Herr im Elend“ zeigt den verlassenen Jesus auf dem Weg von der Dornenkrönung zur Verurteilung. Schmerzen, Fragen und Angst plagen ihn und in seinem Leid versteht er alle, denen es ähnlich geht. Sein Blick scheint zu fragen: „Mein Volk, was habe ich dir getan?“
In der Kirche erzählt uns M. Guggenbichler mit der Schutzengelgruppe von der Geborgenheit und der Begleitung Gottes in unserem Leben.
Schutzengel erzählen vom Geborgensein in Gott und der Begleitung durch seine Boten. Eine besonders schöne Geschichte dazu kann man im Buch Tobit nachlesen.
Der Nussbaum im Klosterhof ist Schattenspender und Ort der Begegnung.
„Allein kannst du dein Herz nicht beruhigen. Es braucht den Baum Gottes, nur in seinem Schatten sind wir nicht mehr vom eigenen Schatten geängstigt.“ (H. Nußbaumer, Der Mönch in mir)
Der Nussbaum wurde in den 20er Jahren gesetzt und ist leider im Juli 2008 nach einem Sturm auseinanderge brochen. Im Oktober des gleichen Jahres wurde ein neuer Baum gesetzt.








